Vom Vermieter abgezockt. Jan van Aken im Gespräch mit Tanja Danlowski
Shownotes
Als Tanja 2023 ihre jährliche Heizkostenabrechnung bekommt, fällt sie fast vom Glauben ab: Sie soll knapp 3.000€ nachzahlen. Dafür geht nicht nur der Jahresurlaub mit ihrer Tochter drauf, auch die Vorauszahlungen steigen immens. Bald merkt Tanja: Sie ist nicht die Einzige. Bei einigen ihrer Nachbar*innen verdreifachen sich die Beträge sogar. Gemeinsam beschließen sie, sich gegen die Abzocke des Wohnungsunternehmen Vonovia zu wehren. Am Ende gewinnen Tanja und ihre Nachbar*innen mehr, als nur den Kampf um die Nachzahlungen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Die ziehen euch richtig ab, ziehen Millionen ab mit echt so einem Mafia-ähnlichen Geschäftsmodell.
00:00:05: Das war für mich ein Punkt, wo ich dachte so, das kann nicht sein und da muss man einfach wieder Stand leisten.
00:00:11: Wenn wir jetzt alle nicht bezahlen, was soll dann passieren?
00:00:13: Was wollen sie machen?
00:00:14: Ja, ja.
00:00:15: Wenn ich mir was wünschen dürfte, der Podcast mit Jan van Aaken.
00:00:22: Ja schön, unser Gast heute ist Tanja und Tanja, du bist von Beruf.
00:00:27: Mieterin.
00:00:29: Oh, okay.
00:00:29: Natürlich nicht Mieterin von Beruf.
00:00:31: Du bist Lehrerin, glaube ich.
00:00:32: Kannst du dir gleich nochmal erzählen.
00:00:33: Aber du bist hier, weil du nicht nur selbst mietest, sondern auch Mieterin, Nachbarin mit organisiert hast, gegen Wonovia hier in Berlin.
00:00:41: Erziehen wir alles gleich in Detail.
00:00:42: Aber erst mal schön, dass du da bist.
00:00:44: Freut mich sehr.
00:00:45: Ja, danke für die Einladung.
00:00:47: Und du weißt, der Podcast heißt, wenn ich mir was wünschen dürfte, deswegen die Frage an dich.
00:00:52: So politisch, was ist dein größter Herzenswunsch?
00:00:55: Mein Herzenswunsch mit dem Background, mit dem ich heute hier bin, ist auf jeden Fall ein umfangreicher Mieterschutz für uns Mieter und Mieterinnen und ein Sicherstellung für bezahlbares Wohnen.
00:01:07: Super.
00:01:08: Und umfangreicher Mieterschutz gehen wir gleich noch in die ganzen Details, hat ja viele Aspekte.
00:01:12: Ja, allerdings.
00:01:13: Jetzt erzählen wir kurz an deiner Geschichte.
00:01:15: Also du hast irgendwann angefangen, dich mit Nachbarin zusammenzuschließen.
00:01:18: Du wohnst in Berlin, wo genau war das?
00:01:21: Ich hab bis Juli diesen Jahres im Tempelhof gewohnt, also direkt am Tempelhof Waddam gegenüber vom Flugfeld in den Bonovia-Gewerwalteten Häusern.
00:01:32: Das ist ein riesengroßer Block, sechshundertzwanzig Meter und Mitterern oder Mietparteien.
00:01:37: Und wir haben zwanzig-dreinzwanzig die Heizkostenabrechnung für zwanzig-zweiundzwanzig bekommen und sind fast alle vom Glauben abgefallen.
00:01:44: Erzähl mal, ungefähr die Höhe bei dir?
00:01:46: Da meine Nachbarin rief mich an und meinte, du hast so mal die App geguckt, hast du deine Heizkostenabrechnungssachen schon bekommen?
00:01:53: Und dann meinte ich so, nee, wieso?
00:01:54: War ganz entspannt, weil ich hatte immer Gut haben.
00:01:56: Das hat sich immer so zwischen zweihundert und fünfhundert Euro bewegt.
00:02:00: Und da sagste du, ich soll viertausendfünfhundert Euro zurückziehen.
00:02:05: So, und da sag ich, du, das liegt ein Urton vor.
00:02:08: Vielleicht ist ne Null zu viel oder das kann ja nicht sein.
00:02:11: So, und hab dann selber nach Pause geschaut und dann stand da, zwei Tausend neunhundert, ein paar Zeit verstirrt und ich dachte, das kann nicht sein.
00:02:19: So, ja, und dann gab's halt der große Aufruhr, dann haben wir uns natürlich irgendwie alle die Mieter untereinander, wir waren jetzt gar nicht so vernetzt miteinander, man kannte sich einige, hat man mal gesehen, einige, so einige gar nicht.
00:02:30: Und ... Ich bin dann wirklich losgezogen durch die Häuser und hab überall gefragt, was dir so an Heizkosten-Nachzahlung aufrufen.
00:02:38: Das heißt richtig geklingelt?
00:02:39: Ich hab überall geklingelt.
00:02:40: Moin, ich bin die Tania von Ihnen an.
00:02:42: Genau.
00:02:43: Cool.
00:02:43: Ja.
00:02:44: Du hast gesagt, sie hat sechshundertzwanzig Wohnungen da am Tempelora-Damm.
00:02:48: In etwa.
00:02:50: Wer ist denn Intermieterin?
00:02:51: Ist das eher arm, erreich, ist das gemischt, wer wohnt da so?
00:02:55: Ganz gemischt.
00:02:55: Erzähl mal, direkte Nachbarn, was tun die?
00:02:58: Also es gibt eine Mutter, die arbeitet als Fliegerin mit vier Kindern.
00:03:04: Wir haben aber auch einen Fotografen bei uns, wir haben Journalisten bei uns, wir haben ... ganz unterschiedlich Lehrer, Lehrerinnen.
00:03:17: Also wirklich allerkoleur, alle Berufsgruppen, durchweg Handwerker, Krankenschwestern, aber auch ... Ja auch, ich glaube Ärzte haben wir glaube ich sogar auch.
00:03:26: Und für alle natürlich der totale Schrock, wenn ich jetzt plötzlich fünfhundert Euro im Monat mehr zahlen muss, irgendwie das passt ja keine Rechnung, also ich habe ja auch mein Gehalt gedeckelt auf zwei tausend acht hundert fünfzig, also wenn ich da plötzlich fünfhundert mehr für Heizungen ausgeben müsste, dann wüsste ich auch nicht mehr, wie ich damit klarkommen würde.
00:03:41: Deswegen, das ist ja das, was ihr da jetzt erlebt habt in Berlin, das ist ja nicht nur ein Berliner Problem oder nicht nur Tempelhof, das hören wir aus ganz Deutschland, also ich aus Hamburg, aber wir hören das auch aus kleineren Städten, das ist ja nur ein Großstadtproblem.
00:03:53: Und das betrifft eben auch nicht nur, ich sage mal, Bürgergeldempfängerinnen oder Niedrigverdiener, sondern am Ende sind fünfhundert Euro mehr Heizung.
00:04:00: Du bist Lehrerin.
00:04:02: Dein Haushalt hat das auch gesprengt.
00:04:04: Definitiv.
00:04:05: Definitiv.
00:04:05: Ich meine, das ist ja auch erst mal die eine große Nachzahlung Summe.
00:04:09: Das ist für mich ein Jahresurlaub mit meiner Tochter.
00:04:12: Das muss ich einfach mal ganz klar so sagen.
00:04:13: Oder mit meinem Partner.
00:04:14: Da geht der Jahresurlaub weg.
00:04:17: Und wenn man sich dann vorstellt, danach das Jahr, also für zwanzig, dreinzwanzig, waren es ja dann auch noch mal knapp tausend Euro.
00:04:25: Das ist ja schon fast eine kleine Enteignung, muss man ja mal sagen.
00:04:30: Und wie haben die jetzt begründet?
00:04:31: Was stand dahinter?
00:04:33: Die Begründung kann ich dir jetzt so gar nicht sagen, sondern natürlich im Endeffekt die immensen Kosten, die dann natürlich aufgeteilt werden auf die Mieterschaft, auf die Quadratmeter.
00:04:41: Also es gibt ja dann diese ganz komplizierten Umrechnungen.
00:04:46: Formeln, die ich jetzt, ehrlich gesagt, ist mir auch zu hoch.
00:04:51: Und dadurch hat sich das dann halt errechnet durch die hohen Kosten, die dann aufgeteilt wurden, dass also auch die Mieterinnen und Mieterinnen, die gerade kurzfristig dort in den Häusern eingezogen sind, halt auch schon Nachzahlung hatten, obwohl sie so ungefähr noch nicht mal die Heizung angemacht
00:05:03: hatten.
00:05:04: Und wie es weiter ging?
00:05:05: Du hast von Haustür zu Haustür gegangen, hast geklingelt, gingen Leuten gesprochen.
00:05:09: Genau, also ich möchte dazu noch anmerken, dass ich gerade im Jahr zwanzig, zwanzig, hat man bei uns einen hydraulischen Abgleich im Heizungssystem durchgeführt.
00:05:19: Und ich bin eigentlich mit der Wärme der Wohnung nie über neunzehn Grad gekommen.
00:05:23: Also das war ja dann so diese Haarbecksche Regulierung, Verbrauchsregulierung und ...
00:05:30: Das ging gar nicht wärmer.
00:05:32: Nee, es ging nicht wärmer.
00:05:34: Also ich wirklich mit dicken Pullover socken
00:05:36: und ... Ich bin ja so ein Frostködel, ey.
00:05:38: Ja,
00:05:38: ich auch, ich auch, genau.
00:05:39: Also die Heizung noch nicht mal warm bekommen, die Wohnung noch nicht mal warm bekommen und dann solche Heizkostennachzahlung.
00:05:46: Ich gesagt, wenn ich in der Sauna gesessen hätte, okay, aber unter diesen Umständen war das natürlich ein Doppelschock.
00:05:52: Warte.
00:05:53: Ja, und dann, wie gesagt, wir sind dann halt durch die Häuser gezogen, haben uns dann ... beraten lassen, auch von anderen Mieterinnen aus Wessertsland, die sich schon gegen Bonovia Mobil gemacht hatten.
00:06:05: Und die wurde dann dort beraten und dann hieß es, naja, bildet mal Prüfgemeinschaften, weil wir haben ja immer unterschiedliche Wirtschaftseinheiten.
00:06:13: Also
00:06:13: bei uns sind das vier Häuser, die von einer Heizungsanlage betrieben
00:06:17: werden.
00:06:18: Und dann ging es darum, wirklich mal zu schauen, weil da ja dann die Abrechnungen gleich sind.
00:06:24: ... woher diese hohen Kosten halt kommen können.
00:06:29: Und mein Nachbar, zur damaligen Zeit, ... ... der war glücklicherweise Ingenieur, ... ... ich glaube an der TU oder so, ... ... der gearbeitet und der hat sich da mit diesen Formeln auseinandergesetzt ... ... und hat dann festgestellt, ... ... dass also da in diesen Contracting-Verträgen, ... ... also da ist erst mal zu Tage gekommen, ... ... dass wir ja nicht mehr, ... ... dass die Heizungsanlage nicht mehr ... ... von der Bonovia verwaltet und betrieben wird, ... ... sondern ausgesrost wurde.
00:06:53: Okay,
00:06:54: das ist der erste Punkt, dieses Contracting.
00:06:55: Da kommt mein Lachen mal drauf.
00:06:56: Genau.
00:06:57: Habe ich nämlich auch erst jetzt gelernt.
00:06:58: Ja, das ist ein spannendes Feld, ja.
00:07:01: Also, dann habt ihr das geprüft, der Ingenieur hat das nachgerechnet.
00:07:07: Genau, und hat halt festgestellt, dass also die Gaspreise ... Ich glaube, das weiß gar nicht, um wie viel Fahrt.
00:07:13: Wir haben mal geschaut vom Statistischen Bundesamt, lag der Durchschnittspreis in dem Jahr bei, ich glaube, knapp zehn Cent.
00:07:20: Und wir waren bei dreißig Cent.
00:07:22: Dreißig Cent haben die in Rechnung gestellt.
00:07:24: Und zwar fürs ganze Jahr.
00:07:26: Ja, für die Kilowattstunde.
00:07:28: Wow.
00:07:28: Genau.
00:07:29: Das heißt, noch mal, wo nur wir sind, sind die Besitzer, die Vermieter.
00:07:35: Sind
00:07:35: die Vermieter, genau.
00:07:36: Die haben das ausgezourzt an einer anderen Firma, Wattenfall.
00:07:39: Wattenfall
00:07:39: zu dem Zeitpunkt damals?
00:07:40: Und haben einen Vertrag geschlossen, wo es heißt, ihr könnt ... berechnen, was ihr wollt.
00:07:47: Und die haben dann einfach als Grundlage den Höchstpreis genommen und haben den für euch in Rechnung gestellt.
00:07:51: Das ist jetzt einfach erklärt.
00:07:53: Also das wäre so einfach betrachtet.
00:07:55: Also ist es natürlich viel viel komplexer, also dieses ganze Fernwärmegesetz, deswegen sind einfach auch viele, auch die Mieterbunde, also die Mietergemeinschaft, der Berliner Mieterverein, die waren ja einfach erst mal alle völlig überfordert mit dieser Situation.
00:08:07: Und dann war es ja halt auch genauso, dass diese ganzen Abrechnungen ... überhaupt nicht mehr den, das Spektrum erfüllt haben, bevor ja die Abrechnung von der Ister.
00:08:17: Also vorher hat man ja mal diese Abrechnung von der Ister bekommen.
00:08:19: Das war alles relativ übersichtlich.
00:08:21: Und dann konnte man natürlich auch anhand der Einheiten und so ganz gut nachvollziehen, was habe ich verbraucht, was ist noch Haus noch verbraucht worden, was wurde aufgetält.
00:08:29: So.
00:08:29: Alles okay.
00:08:31: Ja, das wird verschleiert, verschachtelt und am Ende kommt der Riesenpreis raus.
00:08:35: Was habt ihr denn gemacht?
00:08:36: Also ihr hattet jetzt die Zahlen, ihr wusstet, was passiert ist, seit dem Anwalt gelaufen?
00:08:40: Genau, ich bin gleich zum Anwalt gegangen.
00:08:43: Der sagt auch, das kann nicht sein.
00:08:44: Er meinte, bei Ihren Heizkostenvorauszahlungen müssen sie schon Rechner mit den Preisen, die gerade abgerufen wurden durch diese Ukraine-Krise, auch, dass sie vielleicht noch tausend Euro nachzahlen müssen.
00:08:55: Ich gesagt, okay, tausend sind, aber nicht dreitausend.
00:08:57: Da liegt ein weitaus großer Unterschied.
00:09:01: Ja, und das ist ja auch so ein bisschen das Problem im Mietrecht.
00:09:06: Jeder steht für sich selbst, ne?
00:09:08: Also, man kann sich zwar beraten lassen, aber jeder muss letztendlich Selbstwiedauspruch einlegen, jeder muss sich selbst einen Anwalt suchen.
00:09:15: Es ist nicht möglich, dass man halt auch als Prüfgemeinschaft sagt, so, ich nehme, wir nehmen uns zusammen Anwalt, um dann halt auch gleich die ganze Wirtschaftseinheit prüfen zu lassen, sondern man ist letztendlich verpflichtet oder dazu gerufen, dass man halt immer Einzelkämpfer ist, ne?
00:09:30: Und das war halt eben halt auch die große Problematik.
00:09:34: Ich war ja mehr eine Sozialarbeiterin bei uns im Haus, kann man sagen.
00:09:37: Also ich hatte mit diesen ganzen Prüfungen, was diese Verträge betrifft und die ganzen Einheiten und Gelder gar nicht so wahnsinnig für zu tun.
00:09:45: Ich war eigentlich eher so für den sozialen Aspekt, um im Haus zu tun.
00:09:48: Da war ja ganz viel Angst wahrscheinlich, ne?
00:09:49: Ja,
00:09:50: wahnsinnig Angst.
00:09:51: Erzähl mal.
00:09:51: Also gerade so Senioren im Haus.
00:09:54: Die haben wirklich richtig Angst gehabt, dass sie die Wohnung verlieren.
00:09:57: Die konnten das überhaupt nicht fassen, solche Summenzahlen zu müssen.
00:10:00: Das Leben da über vierzig Jahre ist noch nie passiert, ne?
00:10:05: Was für eine Samerei,
00:10:06: oder?
00:10:06: Oder meine eine Nachbarin, die hat vier Kinder, die lebt alleine in der Wohnung.
00:10:10: Die Sache ist ja auch die, dass man hat die Nachzahlung.
00:10:14: Aber dadurch erhöhen sich natürlich auch gleich die Heizkostel-Vorauszahlung.
00:10:18: Da redet er dann auch keiner.
00:10:19: Es ist ja keine Mieterhöhung in dem Sinne.
00:10:21: Aber dennoch steigt natürlich ... Die Miete.
00:10:25: Du hattest quasi zweihundertfünfzig Euro mehr oder so.
00:10:28: Bei mir genau wären es knapp dreihundert Euro gewesen.
00:10:30: Wahnsinn.
00:10:31: Ja, das hat mein Anwalt gleich ausgehebelt.
00:10:32: Also das war gleich so ein Punkt, wo er gesagt hat, wir zahlen das nicht und auch die Heizkostenveraustahlung wäre nicht erhöht.
00:10:41: Und bei meiner einen Nachbarin wären das also wirklich fünfhundert Euro gewesen oder sogar fast an die sechshundert.
00:10:48: Das ist ja schon fast eine Verdopplung oder ein Drittel mehr.
00:10:52: Weil allein damit was für eine Angst du siehst und wie verzweifelt Menschen da sind wahrscheinlich.
00:10:57: Und das hast du dann auch großen Teils mit aufgefangen.
00:10:59: Genau.
00:11:01: Danke.
00:11:02: Danke dafür schon mal.
00:11:03: Ja,
00:11:03: also das war schon auch eine sehr anstrengende Zeit, muss ich sagen.
00:11:06: Also das war wirklich, da war viel Aufruhr und viele Menschen, die sich dann an uns gewandt haben, also an uns an die Prüfgemeinschaft.
00:11:15: Und dann ging das ja weiter, dass wir... Also, dazu muss man sagen, wir haben einmal diese Prüfgemeinschaften.
00:11:21: Und dann hat einer Nachbarin oder zwei Nachbarin haben's schon relativ am Anfang, als wir von der Wohnurwehr übernommen wurden, so ein Mietertreffen organisiert.
00:11:29: Weil als die Wohnurwehr uns aufgekauft hat oder die Verwaltung übernommen hat, da war auf einmal die große Angst, jetzt geht's los.
00:11:34: Mit Sanierung, mit Modernisierung und die Mieten explodieren und, und, und.
00:11:38: Und wir müssen uns zusammentun.
00:11:40: Genau.
00:11:41: Und dann gab es halt einmal sozusagen die Struktur des Mietertreffens.
00:11:44: dann halt auch mal ein paar Mieter und Mieter dran hingekommen sind.
00:11:47: Und dann unsere Prüfgemeinschaften.
00:11:48: Und jetzt mal ganz zum Ende gesprochen, wie ist das ausgegangen?
00:11:53: Also wir haben erst mal dann einen kollektiven Widerspruch erstellt.
00:11:58: Das haben unsere Köpfe sozusagen, der Mieterinitiative gemacht.
00:12:02: Also wirklich auch da noch mal ganz herzlichen Dank.
00:12:04: Das war ein Wahnsinnsakt, den sie dahin gelegt haben, wirklich ganz toll.
00:12:09: Und ... auf den Widerspruch kam dann ... Ich weiß gar nicht, wie lange das gedauert.
00:12:15: Einige Monate später Angebote von der Bonovian.
00:12:18: Die Bonovian hat also Angebote gemacht, dass die Kosten zu reduzieren, die Nachzahlungskosten.
00:12:25: Aber bei allen Metern unterschiedlich.
00:12:27: Ist ja auch schon so was wie ein Schuldangeständnis eigentlich, ne?
00:12:30: Ja, sie haben sie immer wieder behauptet, dass sie das eigentlich gar nicht müssten.
00:12:35: Also, dass das eine Nettigkeit ihrerseits ist und sie dazu also rechtlich nicht verpflichtet wären.
00:12:41: Aber um uns halt entgegenzukommen, würden sie uns dieses Angebot machen.
00:12:46: Im gleichen Atemzug sollten wir uns dann aber für das Contracting verpflichten bzw.
00:12:51: das akzeptieren.
00:12:54: Wahnsinn, dauerhaft eine Gefangenschaft begeben, weil am Ende ... Habt ihr wahrscheinlich so viel zu viel gezahlt, dass irgendwer dieses Contracting macht, damit Millionen irgendwie die Wind rausgeht, die eigene Tasche steckt?
00:13:07: Hab gesagt, alleine wenn achtzig Prozent der Mieter und Mieterin einfach bezahlen und sich nicht weiter hinterklemmen.
00:13:15: Ja, so.
00:13:16: und dann eben halt auch, worauf ich auch in meiner Rede hingewiesen habe, es sind ja auch einige Mieter und Mieterin, die im Bürgergeld beziehen und.
00:13:26: Lass das mal zehn Prozent sein.
00:13:27: Und das wird auch einfach ohne irgendeiner Form dahinter zu haken, wird das einfach übernommen.
00:13:33: Sind das ja auch noch mal Kosten, wie wir ja auch mittragen.
00:13:35: Ja, klar.
00:13:35: Das darf man ja halt auch nicht außerachen lassen.
00:13:39: Wahnsinn.
00:13:40: Ja.
00:13:40: Und jetzt noch genau um das abzuschließen.
00:13:42: Also wir haben erstmal den kollektiven Widerspruch eingelegt.
00:13:44: Daraufhin kamen die Angebote.
00:13:46: Dann haben wir uns wieder zusammengetan und haben gesagt, wir wollen dieses Contracting nicht akzeptieren.
00:13:50: Und damit hat auch die Angebote nicht annehmen.
00:13:53: Da sind natürlich ... Einige der Mieter und Mieterinnen nicht mitgegangen.
00:13:57: Die haben lange gesagt, okay, wir nehmen die Angebote, lieber ein bisschen als gar nichts.
00:14:03: Und wir haben jetzt noch mal ein kollektives Schreiben erstellt, wo wir das genau verfasst haben hat, dass wir die Angebote nicht annehmen aus bestimmten Gründen.
00:14:14: Und da hat uns die Linke ja sehr unterstützt bei den Haustürgesprächen und auch bei den Flyern und die Unterschriften einzusammeln für den kollektives Schreiben.
00:14:25: Und jetzt gab es eine Antwort von Avonovia.
00:14:28: Und?
00:14:29: Dass sie ja e-Vorhaben aus dem Contracting-Vertrag zu ... ... und wieder an die Selbstversorgung zu gehen.
00:14:38: Oder in die Eigenversorgung.
00:14:40: Aber so lange müssen wir blechen.
00:14:42: Solange ist das Contracting auf jeden Fall erstmal installiert.
00:14:45: Also die Preise sind jetzt natürlich auch sukzessive wieder ein bisschen runtergegangen.
00:14:49: Dann hatten wir das eine Jahr, die Gaspreisbremse, was aber auch der Steuerbezahler bezahlt.
00:14:54: Also es ist ja auch nicht, dass sie da von den Preisen und die Verträge gelten ja trotzdem.
00:15:01: Das heißt, wie geht es jetzt weiter?
00:15:02: Das heißt, die Preise sind erstmal ein Stück weit zurückgenommen.
00:15:05: Ja,
00:15:06: die Preise sind ein Stück weit zurückgegangen.
00:15:09: Die Bonovere will wie gesagt auf Selbstversorgung oder Eigenversorgung umsteigen.
00:15:13: Aber auch da sehen wir eine gewisse Gefahr drin.
00:15:16: Vor allem zu welchen Bedingungen, wenn Sie auch immer die Höchstpreise am Gasmarkt abrufen.
00:15:21: Das ist ja die Frage, ob das wirklich die Bonovere ist.
00:15:23: Das ist ja wie gesagt, weil der Verkäufer der Energie war ja zu dem Zeitpunkt die Wattenfall und nicht die Bonovere.
00:15:29: Deswegen hat die Bonovere auch immer gesagt, wir haben damit nichts zu tun.
00:15:33: Wir haben zwar einen scheiß Vertrag gemacht zu euren Lasten.
00:15:35: Richtig,
00:15:36: genau, aber wir haben damit nichts zu tun.
00:15:37: Und das ist ja eigentlich genau auch unser Problem gewesen, dass wir sagen, wir sind ja nicht die Vertragspartner.
00:15:42: Wir wurden zwar darauf hingewiesen, dass dieses Contracting stattfindet, das ist ja auch, die müssen ja vorher eine Kostenneutralitätsberechnung machen, dass wir also nicht schlechter fahren, die haben wir ja auch bekommen.
00:15:54: Bei uns in unserer Wirtschaftseinheit allerdings mit nicht ganz korrekten Zahlen, also da wurde mit anderen Zahlen gearbeitet, wo wir bis heute nicht wissen, wo die eigentlich herkommen.
00:16:03: Und da hätten wir, ich glaube, weil es nicht ein Pass hat, letztendlich gespart.
00:16:06: Also das wäre jetzt auch nicht irgendwie die große Einsparung gewesen.
00:16:09: Wahnsinn.
00:16:11: Wie bist du drauf gekommen, dich da so zu engagieren?
00:16:14: Also auch da im Haus die Sozialarbeiterin zu machen.
00:16:16: Du bist schon Beruflehrerin, ne?
00:16:17: Genau.
00:16:18: Ich bin Fachpraxislehrerin an einem Oberstufenzentrum in Berlin.
00:16:21: Was heißt Fachpraxis?
00:16:23: Das heißt, ich bin Handwachsmeisterin.
00:16:25: Ah,
00:16:25: was hast du gemacht?
00:16:26: Ich
00:16:26: bin gelernte Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterin.
00:16:29: Ah, cool.
00:16:30: Also alles, was somit Außenwärmungen zu tun hat.
00:16:32: Ja, ein schöner Beruf.
00:16:34: Genau.
00:16:35: Und was heißt das da als Fach?
00:16:39: Als Fachpraxislehrerin, das heißt, wir arbeiten, haben keinen rentioretischen Unterricht, sondern wir haben Werkstätten.
00:16:47: Wir haben auch unterschiedliche Gewerke, die bei uns am Oberstufenzentrum unterrichtet werden oder ausgebildet werden.
00:16:52: Wir haben bei uns die dualen Maler und Lackierer, die Autolackierer, die Schiller- und Dichter-Reklame, die Stelleraumausstatter.
00:16:59: Und dann haben wir eben ganz viele vollzeitschulische Ausbildungsgänger.
00:17:03: Und Fachpraxislehrer arbeiten halt im praktischen Bereich.
00:17:08: Genau.
00:17:09: Das heißt, da hast du schon mal deine soziale Ader her, aber warst du früher schon politisch organisiert?
00:17:13: Du bist nicht Mitglied in der Linken, aber bist du über anders?
00:17:15: Nein, bin ich nicht.
00:17:16: Oder hast du schon mal solche Initiativen gemacht?
00:17:17: Oder war das einfach, hey, mir geht der Arsch aufgrund eines, ich sehe, wie es die Nachbarn geht?
00:17:22: Ich
00:17:22: glaube, ich habe einfach ein starken Gerechtigkeitsinn.
00:17:24: Das ist so eine Sache, die mich halt auch ausmacht.
00:17:27: Und das war für mich ein Punkt, wo ich dachte, so, das kann nicht sein.
00:17:31: Und da muss man einfach wieder Stand leisten.
00:17:33: Das geht so nicht.
00:17:35: Also so kann und darf mit Menschen einfach nicht umgegangen werden.
00:17:38: Ne.
00:17:39: Wie war das im Haus so?
00:17:41: Also hat sich danach auch was verändert da im Zusammenhang?
00:17:43: Total,
00:17:44: ja.
00:17:45: Also es hat sich eine tolle Mieter-Gemeinschaft entwickelt, muss man einfach sagen.
00:17:49: Wenn ich den Tempelhofer dann zum Einkaufen gegangen bin, bin ich eigentlich, ich sag mal, vor zwei Stunden nicht mehr nach Hause gekommen.
00:17:55: Weil jemand trifft und da noch am schnacken und da was einmal zählen und ...
00:18:00: genau.
00:18:01: Denn auch nicht nur über Vonovia, sondern da ging es auch um die eigentlichen Kinder.
00:18:04: Nö, das
00:18:04: ist natürlich auch um andere Sachen.
00:18:05: Ja, genau.
00:18:06: Das
00:18:07: ist ja toll.
00:18:07: Doch es hat sich eine ganz schöne Mietergemeinschaft entwickelt.
00:18:10: Das muss man sagen.
00:18:13: Und war das für dich jetzt so diese Erfahrung?
00:18:15: Jetzt nehmen wir das mal in die eigene Hand und wehren uns und sind erfolgreich.
00:18:20: Wie hat dich das verändert?
00:18:22: Also, wir hatten ja auch ganz viele Höhen und Tiefen.
00:18:24: Das muss man sagen, ist eine sehr anstrengende Zeit auch.
00:18:28: Für uns alle, weil wir alle auch in einer mit, also in unserer Mieter-Initiative-Templo, voll berufstätig sind.
00:18:33: Und das doch wahnsinnig viel Zeit erfordert, sich überhaupt mit der ganzen Materie auseinanderzusetzen, genau zu schauen, welche Rechte haben wir eigentlich, immer im Austausch zu sein, auch mit anderen Mieterorganisationen.
00:18:48: Irgendwann gab es ja auch das Bündnis, wo nur wir in Berlin, also das heißt, wo dann die ganzen einzelnen Bezirke ... die Mieterschaften sich getroffen haben.
00:18:56: Es gibt so was fast wie so einen kleinen Dachverband, wenn man das so nennen kann.
00:19:00: Und sehr zeitaufwendig.
00:19:04: Emotional sehr geladen, muss ich schon sagen.
00:19:06: Es hat mich auch sehr mitgenommen.
00:19:07: Gerade die älteren Nachbarinnen und Nachbarn und auch Alleinerziehende.
00:19:13: Das war schon eine harte Zeit, muss man wirklich sagen.
00:19:19: Für mich ist es einfach noch mal ein Zeichen, dass gemeinsam kann man ... doch eben einiges wuppen.
00:19:26: also gemeinsam sind wir stark.
00:19:27: das ist ja auch unser motto unserer meterinitiative.
00:19:31: und ja so ist es und das habe ich eigentlich schon immer in mir getragen also das war halt auch als wir diese diese heizkosten nachzahlungs auffordung bekommen haben ich gesagt habe wenn wir jetzt alle nicht bezahlen was soll dann passieren?
00:19:43: was wollen sie machen?
00:19:45: Aber das ist jedes Mal, ich hab das gerade gedacht, das Schilder, das dann kam zwischendrin von Novi, von von Novi Angebote, wo sie ein bisschen reduziert haben, aber Contracting akzeptieren.
00:19:54: Da saßt ihr ja alle da und haben für mich durchgerechnet,
00:19:57: hm,
00:19:58: wenn ich das jetzt nicht annehme, wird es doch noch viel teurer, soll ich es nicht mehr annehmen.
00:20:02: Ihr wisst
00:20:02: es ja
00:20:02: nicht.
00:20:02: Ja, genau.
00:20:03: Du weißt nicht, ob du gewinnst am Ende und so.
00:20:04: Und das ist ja eine unendliche Stresssituation.
00:20:07: Ja, aber super, super, dass ihr es zusammen durchgestanden habt.
00:20:10: Und auch mit der Vernetzung in Berlin.
00:20:12: Ich meine, wir als Linke versuchen das jetzt ja bundesweit mit unserer Kampagne, dass wir wirklich in jedem Ort solche Initiativen aufbauen, die sich dann auch wieder vernetzen.
00:20:19: Weil ohne das wird sich das nicht ändern, an den Mieten nicht, an den Handskosten nicht.
00:20:24: Und dieses Contracting, dass das überhaupt erlaubt ist.
00:20:27: Ja, definitiv.
00:20:28: Und das ist ja eigentlich auch unsere Forderung, dass es auf jeden Fall korrigiert, reguliert und korrigiert werden muss und kontrolliert werden muss.
00:20:35: Definitiv.
00:20:36: Du hast am Anfang gesagt, dein Wunsch, wenn ich mir das wünschen dürfte, wäre, wenn es einen soliden Mieter in den Schutz geben würde.
00:20:44: Jetzt haben wir die Heizkosten gehabt.
00:20:46: Was gehört für dich noch so dazu?
00:20:48: Ja, sind halt einige Sachen.
00:20:49: Ich finde, dass so die Mieterrechte, ich weiß gar nicht, wann die irgendwann mal niedergeschrieben wurden, einfach auch zu einem anderen Zeitgeist gepasst haben oder gehörten.
00:20:58: Es hat sich auf dem Wohnungsmarkt doch sehr viel verändert.
00:21:00: Der Roboter-Kapitalismus, der beißt um sich, wollen wir mal so sagen.
00:21:05: Und wir kriegen das alle zu spüren, ob das halt irgendwelche Mängelgeschichten sind, ob das die ... Grundversorgung ist von Strom, Gas, Wärme, alles Wasser, alles, was dazugehört.
00:21:21: Genau, ich finde halt auch, dass das ist einfach ein, dass wir eine recht auf bezahlbaren Wohnraum haben sollten.
00:21:28: Und auch, dass ältere Menschen geschützt werden sollten, dass Alleinerziehende geschützt werden sollten.
00:21:33: Noch mal speziell.
00:21:35: Geringverdiener haben kaum eine Chance, irgendwie zur Zeit auf diesem Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden.
00:21:40: Ich habe mir selbst gesucht.
00:21:42: Ich bin ja jetzt seit Februar, seit März, bin die Bundestagsabgeordnete, braucht hier eine Wohnung.
00:21:47: Alter, was die für Preise aufrufen.
00:21:49: Also ich habe ein Zimmer, Ja, das ist auch
00:21:57: eine Sache.
00:21:58: Gehört auch verboten, finde ich, ne?
00:21:59: Völlig.
00:22:00: Völlig.
00:22:00: Also, mobilierter Wohnraum, genauso diese Airbnb-Geschichten.
00:22:03: Also, ich finde, wenn man jetzt ein Mietzhaus hat und, ich sag jetzt mal, keine Ahnung, einfach nur mal so fiktiv daher gesprochen, zwanzig Mietzwohnungen zur Verfügung hätte, dann kann man ja gerne eine als Airbnb-Wohnung anbieten.
00:22:15: Aber der Rest gehört dann halt einfach normal vermietet.
00:22:18: Und ich finde halt auch bei den ganzen Neubauten, diese ganzen tollen Quartiere, die da immer entstehen, Eigentumsquartiere, dann heißt das ja, da kommt dann, weiß ich, zwanzig Prozent sozialer Wohnraum rein.
00:22:32: Warum
00:22:32: nicht hundert?
00:22:32: Genau, oder achtzig.
00:22:35: Also so, man darf ja auch gerne den Leuten, die halt Eigentubesitzen möchten, auf einen Space lassen.
00:22:41: Aber ich finde, in erster Linie sollte an die Mieterschaft gedacht werden.
00:22:44: Und das ist natürlich so reguliert, aber natürlich auch den Marktpreis oder den Preismarkt halt.
00:22:49: Also weißt du, was mich daran so nervt ist?
00:22:52: Die ziehen euch richtig ab, ziehen Millionen ab mit echt zum Mafia-ähnlichen Geschäftsmodell, dass die einfach denn die Höchstpreise am Gastmarkt irgendwie euch denn weitergeben und so.
00:23:03: Und dieses Mietenmafia-Modell, das hast du ja auch bei den Mieten, also nicht nur bei den Nebenkosten, nicht nur bei der Heizung, sondern es gibt ja richtige Buchermieten in Deutschland.
00:23:10: Jetzt haben wir ein Gesetz in Deutschland, das verbietet Buchermieten, das ist ja schon mal gut.
00:23:15: Das ist aber so schwer durchzusetzen, weil du musst als betroffene Mieterin nachweisen, dass dein Vermieter... der dir die Wuchermieter abknöpft, deine Notlage ausgenutzt hast.
00:23:24: Das weiß man nach.
00:23:25: Das ist jetzt in Berlin in einem Fall gelungen und da hat eine Frau tatsächlich zweiundzwanzigtausend Euro Miete zurückbekommen und der Vermieter musste sechsundzwanzigtausend Euro Strafe zahlen.
00:23:34: So, das ist ihm ein Paragrafen Gebes, aber der ist eben ganz schwer durchzusetzen vor Gericht.
00:23:38: und deswegen gibt es jetzt seit Jahren die die Bestrebung diesen Mietwucher-Paragrafen zu vereinfachen, dass du nicht mehr diesen schwierigen Nachweis machen musst.
00:23:46: Selbst die CSU aus Bayern hat das schon mal in den Bundesrat eingebracht.
00:23:50: wo klar war, das wird jetzt vereinfacht, alle kannst einfach einklagen, damit diese Verbrecher-Vermieter, die so überteuerte Mieten nehmen, damit die auch verfolgt werden können.
00:24:00: Jetzt haben wir das letzte Woche im Bundestag eingebracht und
00:24:03: alles
00:24:05: zu erleben.
00:24:06: SPD, CDU natürlich, die AfD haben dagegen gestimmt und das ist jetzt das Ziel.
00:24:12: Nahrziel, dass endlich Mietwucher einfach verfolgt werden kann, weil das ist wirklich verbrecherisch.
00:24:17: Also ab einer bestimmten Höhe ist es sogar eine Straftat.
00:24:20: Ja, ich staune sowieso, was so möglich ist.
00:24:22: Also ist ja für mich auch so eine Monopolisierung dieses Immobilienmarktes.
00:24:27: Wenn ich sehe, Bonovia hat ja so viele Tochter unter Form, die dann andere Namen haben, die schieben sich dann alle sozusagen die Aufträge zu.
00:24:33: Wir haben ja auch einen Monat ... Heizkosten-Abrechnung gehabt, von der, ich glaube, Wonova-Energie-Solution.
00:24:41: Ja, geil.
00:24:44: Und das, finde ich, ist einfach so erschreckend, weil du hast dann auch das Gefühl, egal, wo ich mich dahin bebege, jetzt auch deutsche Wohnen ... Nee, deutsche Wohnen ist jetzt auch Wonova.
00:24:52: Und irgendwie ist das halt flächendeckend nachher nur noch ein großer Vermieter.
00:24:56: Ja, und ich finde, da sollte definitiv ... auch ein Riegel vorgeschoben werden.
00:25:01: Deswegen sagen wir auch, Betriebe mit über dreitausend Wohnungen, die müssten verstaatlich damit werden.
00:25:08: Ich glaube
00:25:10: auch noch eine andere Tolle, die man könnte auch eine Renditen-Kappungsgrenze setzen.
00:25:15: Also das könnte auch spannend sein, dass man sagt, man macht halt einfach, sagt okay, pass auf, ab neun Prozent Rendite geht alles in soziale Projekte.
00:25:24: Weil dann ist nicht mehr diese ... Dieser Antrieb noch mehr, noch mehr, noch mehr, die Renditen bis ins West-West-Ich, wohin zu treiben.
00:25:30: Zumal Spekulation, finde ich, im Wohnungsbereich sowieso verboten gehört.
00:25:34: Menschenrecht, da können sowieso verboten.
00:25:36: Aber das, was du sagst, ist ja im Grunde noch so was wie ein Übergewinnsteuer.
00:25:39: Gewissen Grad ein Gewinn darfst du machen, das ist halt Kapitalismus hier noch.
00:25:43: Aber alles drüber wird dann über fast eine Hundertprozentsteuer abgezogen.
00:25:47: Das finde ich total richtig.
00:25:48: Aber das, was du beschreibst, diese... Diese verschachteten Schirmen werden alles zusammen.
00:25:54: Das ist für mich eine richtige Mafia.
00:25:56: Ich sehe das auch so, das ist meine persönliche Haltung.
00:25:59: Ich will jetzt noch mal einen Punkt hier sagen, weil wir über die bösen Vermieter reden und die Mietenmafia und so.
00:26:04: Also es gibt ja viele, die bezeichnen sowas jetzt Meat High.
00:26:07: Es gibt auch Goldfische.
00:26:08: Gibt es.
00:26:09: Muss man auch sagen, es gibt ja auch wirklich so kleine mittlere Vermieter.
00:26:12: Den ist es total wichtig, dass auch die Fleischsterel-Faffer-Käuferin von Reven noch in ihrem Kiezfond bleibt und so die Reelle Mieten nehmen, wo sie sich nicht richtig dran bereichern, gibt es auch viele.
00:26:23: Deswegen, wenn wir drüber reden, dann reden wir immer über die Fabrier-Vermieter.
00:26:27: Ja.
00:26:28: Nee, finde ich auch gut, dass du das nochmal betonst.
00:26:29: Also ich sehe das auch.
00:26:30: Es gibt Menschen, die haben da auch ... Werte, die haben auch eine gute Haltung dazu und auch einen sozialen Aspekt.
00:26:38: Also ich meine, wir leben in einer Gesellschaft.
00:26:40: Das ist ja auch so irgendwann, da geht's halt auch nicht mehr.
00:26:44: Das muss ja auch, ich finde auch, so ein Wachstum muss eine Gesellschaft ja auch tragen können.
00:26:48: Und wenn das nicht mehr tragbar ist, muss man halt was verändern.
00:26:51: Aber an dieser Stelle nochmal einen Dank an die Goldfische.
00:26:53: Ja,
00:26:53: definitiv, danke.
00:26:56: eine Sache, die mir zum Beispiel auch immer so ein bisschen aufstößt ist, die Sache zwischen einer Instandhaltung und einer Modernisierung.
00:27:03: Es wird natürlich alles immer gerne als Modernisierung verkauft, weil man es ja dann auf die Mieterschaft umlegen kann.
00:27:10: Das war ja zum Beispiel, weiß ich, wie mit unserem hydraulischen Abgleich.
00:27:13: Das wird dann halt als Modernisierung verkauft, obwohl es eigentlich eine Instandhaltung ist.
00:27:18: Und eigentlich in Verschlechterung war, als Gelder wurde, aber egal.
00:27:21: Genau,
00:27:21: auf jeden Fall.
00:27:22: Definitiv.
00:27:23: Also die Heizungsanlage hat lange nicht funktioniert.
00:27:25: Also wir haben alle ganz schön drunter gelitten.
00:27:28: Schimmelbildung.
00:27:29: Dadurch natürlich auch, darf man nicht vergessen.
00:27:31: Also das ist bei auch mit dem Grund, warum ich dann ausgezogen bin durch diese starke Schimmelbelastung.
00:27:35: Also das ging ja gar nicht mehr.
00:27:38: Und dann ist es zum Beispiel aber auch, wenn uns jetzt, also wir haben ja ganz alte Schallschutzfenster dort in den Häusern und die haben so eine ... Also eine Feuchtigkeitsregulierungsmatte da drin.
00:27:51: Ich kann mich in den zwanzig Jahren nicht erinnern, dass da mal irgendjemand gekommen ist, um die zu warten, zu tauschen oder sonst was damit zu machen.
00:27:59: Geschweigedenken, die Dichtung.
00:28:01: Wenn jetzt diese Fenster ausgewechselt werden müssten, dann wird das ja sofort wieder als Modernisierungsmaßnahme verkauft.
00:28:07: Ist aber in Standhaltung.
00:28:08: Aber eigentlich muss man so sagen, nach der Zeit wäre das eigentlich eine Instandhaltung.
00:28:13: Und ich finde, da müsste auch viel ... klare differenziert werden.
00:28:17: Was ist eine Entstandhaltung?
00:28:18: Was ist eine Modernisierung?
00:28:20: Hat der Punkt.
00:28:20: Da frage ich mal unsere Wohnungsexperten.
00:28:24: Ihr in Berlin macht das ja nicht gar Schenker im Abgeordnetenhaus.
00:28:27: Der kennt sich damit bestimmt aus.
00:28:28: Ich nicht, aber das finde ich einen wichtigen Punkt.
00:28:30: Letztendlich haben wir so das Gefühl, der Wohnraum wird immer mehr abgerockt.
00:28:35: Das hat ja auch eine gute Recherche, die letztens bei Plus-Minus lief.
00:28:40: Wenig reingeben, viel rausziehen, nur das Nötigste machen, aber das höchste sozusagen für sich immer rausholen.
00:28:46: Und das dann irgendwann die Idee besteht, das dann wieder abzuwerfen.
00:28:51: Den ausgenutzten Wohnraum, den man also sozusagen die ganze Zeit geschröpft hat, dann irgendwann abzuwerfen, weil dann wären die Investitionen zu hoch.
00:29:01: und das dann gerne wieder in Staatshand zu geben und am besten natürlich für einen aktuellen Preis.
00:29:06: Genau.
00:29:07: Und da wäre ich zum Beispiel auch ein totaler Fender von zu sagen, okay, ihr kriegt höchstens das, was ihr irgendwann auch mal dafür bezahlt habt, weil ihr habt die ganze Zeit daran verdient.
00:29:15: Ja.
00:29:16: Ich hatte mal so ein Vermieter, auch so ein riesiger Vermieter.
00:29:19: Konle kennen wahrscheinlich viele, auch so einen ganz riesigen Vermieter.
00:29:23: Genau.
00:29:23: Die haben Häuser gekauft und haben nichts reingesteckt.
00:29:26: Das ist wirklich über Jahre.
00:29:27: Ich habe da auch dreizehn Jahre gewohnt, völlig runtergeräubt.
00:29:30: Und dann einen kleineren Vermieter weiterverkauft.
00:29:33: Genau.
00:29:35: Und dass ja immer um die Vergesellschaftung geht, wäre natürlich ... Die Sache, was wird da irgendwann mal als Entschädigungsleistung aufgerufen?
00:29:42: Die
00:29:42: kriegen keine Marktpreise.
00:29:43: Und das meine ich halt, ne?
00:29:44: Also in Dresden, glaub ich, war letztens in so einem Bericht, haben sie das auch gezeigt, dass sie dann auf einen vielfachen Preis zurückgekauft wurden.
00:29:50: Und ich finde, das darf auch nicht sein.
00:29:52: Das darf auf gar keinen Fall sein.
00:29:53: Nee, aber da hat ja hier Deutsche Wohnen, Eignen und Co.
00:29:55: hier in Berlin, hier haben wir eine gute Berechnung gemacht, ne?
00:29:58: Also was ist sozusagen ein realistischer Preis und diese Fantasie-Marktpreise?
00:30:03: Die DEW und Skiz-Projekt hat uns übrigens auch sehr unterstützt, muss man auch.
00:30:07: mal dazu sagen, auch Danke dafür.
00:30:09: Jetzt, Linke, haben da erst schon so einen ganzen großen Katalog.
00:30:12: Also wir wollen den Mietendeckel haben, wie er in Berlin war.
00:30:14: Das heißt wirklich, für jede Wohnung wird festgelegt in jeder Stadt, die Ausstattung, die Größe, das Alter, die Lage, gibt es die maximale Miete.
00:30:22: Denn wir wissen auch alle, okay, höre das nicht gehen, ich muss keine Angst mehr vor Mieterhöhung haben, finde ich eine super Idee.
00:30:27: In Berlin haben wir es gemacht, war super.
00:30:30: Dann kam das Verfassungsgericht, hat gesagt, dürft ihr nicht nur für Berlin machen, das muss der Bund entscheiden.
00:30:35: Jetzt sagen wir, okay, denn eben bundesweit freut sich auch Stuttgart in Hamburg.
00:30:40: Das ist ja das zentrale Mietendeckel.
00:30:42: Was wären für dich so entscheidende Punkte noch zum Schutz von Mieterinnen?
00:30:46: Ja, ich finde also, was die Grundversorgung betrifft, also Strom, Gas, Wärme sollte auch.
00:30:54: reguliert werden können.
00:30:55: Also ich bin ja auch ein totaler Fan von Quartiersmanagement.
00:30:59: Also ich finde das halt auch die Wärmeversorgung jetzt im Tempelhof.
00:31:02: Hätte man gar nicht jetzt unbedingt das nur die Bonovia entscheidet, wie dort geheizt wird, sondern dass es halt ein Quartiersmanagement unterlegt.
00:31:11: Damit hätten sozusagen die Vermieter auch nicht mehr die Offenheit einfach für sich frei zu gestalten, sondern werden halt auch in einer gewissen Form verpflichtet, sich da mit anzupassen.
00:31:22: Dann finde ich, sollten Index und Staffelmieten abgeschafft werden?
00:31:26: Nur kurz für die, die es nicht wissen.
00:31:28: Indexmieter heißt, dass das automatisch steigt, wenn die preisiger teurer werden.
00:31:32: Also orientiert sich an der Inflation oder am Verbraucherpreisindex.
00:31:36: Das heißt nach oben hin offen.
00:31:38: Und Staffelmiet, das hat auch die prozentual schon festgelegt ist, ne?
00:31:41: Genau, das hatte ich mal bei meiner ersten Wohnung in Hamburg.
00:31:44: Wir reden jetzt von vor vierzig Jahren.
00:31:46: Da war das so für ... Drei Mal wurde sie erhöht, aber nicht weiter, also drei Mal.
00:31:51: Und das heißt, wir haben von vornherein gewusst, okay, in drei Jahren ist die Miete so hoch, die ist noch okay, deswegen haben wir es genommen.
00:31:57: Aber wenn das sozusagen unbegrenzt ist, jedes Jahr um fünf Prozent oder so, das ist natürlich nach oben in offen.
00:32:03: Ja,
00:32:04: genau.
00:32:04: Wahnsinn.
00:32:05: Dann ist, ich finde halt auch mit den Mieterhöhungen sollte man halt auch gucken, ich glaube, es sind der fünfzehn bis zwanzig Prozent innerhalb von drei Jahren.
00:32:13: Und dann müssten so wieder fünfzehn Monate dazwischen liegen, wenn ich das jetzt so richtig in Erinnerung habe.
00:32:18: Ich meine, da geht man ja nahtlos von einer Mieterhöhung in die nächste über.
00:32:23: Also das sollte auch ganz anders reguliert werden, finde ich.
00:32:26: Das wäre der Mietendeckel.
00:32:27: Genau.
00:32:27: Der Mietendeckel, der legt das halt fest.
00:32:29: Aber weißt du, was ich gelernt habe jetzt, das Entscheidende bei Mietendeckel ist, jetzt orientiert sich immer an der ortsüblichen Vergleichsmittel.
00:32:35: Das, was wir Mietenspiegel nehmen.
00:32:37: Und so der Mietenspiegel heute ist, ist der automatisch tragt dann nach oben, weil da sind nur die Neuvermietungen getrennt.
00:32:44: Also die neuen Mieten, ich weiß nicht, wie viele Jahre zurück, werden die ganzen Bestandsmieten, also ich habe in Hamburg einen siebenundzwanzig Jahre alt Mietvertrag, der wird da gar nicht mit einberechnet.
00:32:55: Dadurch, dass natürlich jede Wohnung, die neu vermietet wird, gibt es einen Aufschlag drauf, ist dieser Mietenspiegel ständig am Steigen.
00:33:01: Deswegen sagen wir, also Mietendeckel, dazu gehört unbedingt, dass der Mietenspiegel auch gerecht berechnet wird.
00:33:06: Alle Bestandsmieten müssen mit da rein, dann wird der nicht mehr automatisch steigen.
00:33:10: Und dann haben wir wirklich einen Deckel.
00:33:12: Ja, das hört sich auf jeden Fall schon mal ganz gut an, ja.
00:33:14: Klar, so.
00:33:15: Kennst du unseren Heizkostencheck eigentlich?
00:33:17: Habt ihr den damals gemacht?
00:33:19: Den hatten wir, glaube ich, noch gar nicht angeboten.
00:33:21: Nee, ich glaube zu den Zeitpunkten auch nicht.
00:33:22: Wir
00:33:22: machen jetzt ja bieten wir für alle Mieterinnen an.
00:33:25: Also geht zur nächsten Linken, zum nächsten Linkenbüro, wo auch immer ihr wohnt.
00:33:31: Wir bieten das an, eure Heizkostenabrechnung zu prüfen.
00:33:34: Und wir haben schon bei so vielen Leuten gefunden, dass das fehlerhaft berechnet war, die Geld zurückbekommen haben.
00:33:40: Also wirklich in ganz Deutschland wirklich... Ich glaube, über tausend Leute, die Geld zurückbekommen haben.
00:33:46: Also, das ist ein wirklich guter Service.
00:33:48: Was würdest du den anderen Betroffenen raten?
00:33:50: Ich meine, es gibt so viele Menschen und viele haben ja auch Angst, dich mit dem Vermieter anzulegen, weil alle haben Angst, ihr zu Hause zu verlegen.
00:33:55: Alle
00:33:55: haben Angst, ihr zu Hause zu verlegen.
00:33:56: Also, was ist dein Rat?
00:33:59: Also, mein Rat ist auf jeden Fall klopfbar, euer Nachbarn.
00:34:03: Ja, tut euch zusammen, tauscht euch aus, organisiert euch und holt euch gerne den Support von den Linken.
00:34:09: Also, ich finde das toll, dass ihr das macht.
00:34:12: Wir haben lange danach gesucht, dass uns jemand die Hand reicht und uns unterstützt in unserem ganzen Prozess oder Kampf oder wie auch immer man das nennen möchte.
00:34:24: Und nicht aufgeben.
00:34:26: Am Ende gewinnst du nicht nur in der niedriger Heizkostenrechnung, sondern hast auch ein paar neue Nachbarn dazu gewonnen.
00:34:31: Genau,
00:34:32: eine nette Mietergemeinschaft, das ist auf jeden Fall für Werte.
00:34:35: Cool, danke dir Tanja für alle, was du getan hast.
00:34:38: Viel Glück.
00:34:39: Ich hoffe, du hast in Zukunft ein bisschen mehr Ruhe mit für die Mietung.
00:34:42: Das hoffe ich auch.
00:34:46: Danke schön.
00:34:46: Sehr viel.
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